Innere Medizin

[Arbeitsprobe]:

Nicht mehr als ein Kratzen

Kitzlige Fragen ernsthaft beantwortet

Von Thomas Meißner

Warum kann man sich nicht selbst kitzeln? Dieser gerade für Kinder eminent wichtigen Frage gingen britische Neurologen nach. Die Forscher betrachteten per Magnetresonanztomographie (MRT) die Hirne freiwilliger Probanden, deren Handflächen von einer Maschine gekitzelt wurden oder von den Probanden selbst. Den Selbst-Stimulus betrachtet unser Hirn offenbar als unwichtig – im Unterschied zum externen Stimulus. Das Kitzeln stimuliert etwa den somatosensorischen Kortex. Das Kleinhirn verhindere jedoch die Übertragung der Kitzel-Signale, wenn eigene Bemühungen voraus gehen, so die Forscher. Übrig bleibe nur ein „Kratzen“. Fazit: Für Lachsalven ihrer Kleinen braucht es eben doch die Eltern.

erschienen in: „Ärzte Zeitung“ vom 13.09.2000